Das Rebjahr 2024

Die Bauern haben nicht ganz zu Unrecht den Ruf, das Jammern verinnerlicht zu haben. Aber im Jahr 2024 hatten viele unserer Kollegen einen guten Grund zum Klagen. Frost und Hagel haben in manchen Weinbergen grosse Schäden angerichtet; wir haben mit diesen Kollegen mitgelitten. 

Aber es gibt auch jene Weinbauern, die schon fast reflexartig jammern. Nach der überaus ertragsreichen Ernte 2023 erklang der Ruf nach staatlicher Unterstützung, um die grossen Mengen Wein auf den Markt zu bringen. Nun haben einzelne Kantone auf Drängen grosser Keltereien die Qualitätsanforderungen für AOC Weine nach unten geschraubt – wegen des schwierigen Rebjahrs…. Sehr zum Ärger jener Weingüter, die nicht auf Masse setzen! Denn das Jahr 2024 war zwar ein schwieriges Jahr, aber kein schlechtes! Ja, viele Regionen haben grosse Einbussen in den Mengen verzeichnet, vor allem wenn sie von Frost und Hagel betroffen waren. Aber dort, wo die Wümmet stattfinden konnte, wurde zum Teil herausragende Qualität geerntet, wenn auch in geringeren Mengen als in den überaus ertragsreichen Vorjahren. 

Was hat 2024 so schwierig gemacht? Die Kulmination fast aller schädlicher Einflüsse im gleichen Jahr: 

Frost im Frühling. Weil es im März recht schnell warm wurde, haben die Reben früh ausgetrieben. Aber dann gab es im Mai eine Nacht mit zerstörerischer Kälte. In Flurlinger profitierten wir einmal mehr von der ausgleichenden Wirkung des Rheins und haben kaum Schäden gehabt. 

Dann kam eine weitere Kältewelle während der Blütezeit, was zum «Verrieseln» der Trauben führte, d.h. dass sich ein Teil der Beeren nicht entwickeln konnte. Auch in Flurlingen hat sich daraus ein – allerdings moderater – Ertragsverlust ergeben. 

Im Sommer gab es dann ungewöhnlich häufig starke Hagelschläge. In unserer Region war vor allem das Klettgau (und da insbesondere Oberhallau) stark betroffen. Vielerorts führte dies zu Totalverlusten. Flurlingen wurde glücklicherweise verschont. 

Und schliesslich hat der feuchte Sommer wie schon in 2021 dem Falschen Mehltau (Peronospora) viel Freude bereitet. Die Pilzerkrankung schädigt Blätter und Beeren, indem sie den Reben Nahrung entzieht. Dank sehr aufwendigem Pflanzenschutz konnten wir das den Pilz weitgehend in Schach halten. Während einige Weingüter ganze Parzellen aufgeben mussten, hat sich bei uns der Schaden auf einige Reihen beschränkt. Und das mit biodynamischem Weinbau!

Überraschend positiv war dann der Herbst. Trotz des vielen Regens konnten wir die Wümmet vernünftig durchziehen. Und das kühle Wetter hat zwar das Mostgewicht der Trauben nicht nach oben katapultiert, aber für sehr gesundes Traubengut gesorgt. 

Und aus diesen gesunden Trauben sind tolle Moste entstanden, aus denen sich nun Weine entwickeln, auf die wir stolz sein werden. 

Stolz dürfen wir auch schon auf die Weine unserer ersten 4 Jahrgänge sein.  Wir sind überwältig vom Feedback, den wir für unsere Weine bekommen. Wir freuen uns sehr über die Wertschätzung für unsere naturnahe Philosophie und die entsprechend authentischen Weine. Dass wir nach nur 4 Jahren Weingeniesser an so unterschiedlichen Orten wie der Rhybadi und Sterne-Restaurants begeistern können, hätten wir uns vor 5 Jahren nicht vorstellen können. Genauso wenig, dass wir über unsere Handelspartner Kunden vom St. Galler Rheintal bis zum Bielersee bedienen können. 

Last but not least möchten wir uns bei Ihnen bedanken, für Ihr Interesse, Ihre Treue und Ihre Freundschaft. Wir wissen den Austausch mit Ihnen sehr zu schätzen. 

Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und erfolgreiches und glückliches Neues Jahr. 

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